Medienmitteilung_Rückschau auf den Land Rover - Jockey Club Renntag

23.09.2019 12:35:55

Der 15:1-Aussenseiter Stellar Mass triumphiert im hochklassigsten «Grand Prix Land Rover – Jockey Club» seit der ersten Austragung 1976 auf der Pferderennbahn Zürich-Dielsdorf

Dielsdorf, 22. September 2019 – Der Kampf wogte heute Sonntag, 22. September 2019, in Dielsdorf auf der rund 400 Meter langen Zielgeraden vor 8000 Zuschauern hin und her: Der aus der Nähe von Paris angereiste Hengst Stellar Mass erkämpfte sich schliesslich gegen den in Avenches trainierten Vorjahressieger Malkoboy den Sieg im 44. Grand Prix Land Rover – Jockey Club, dem mit 100'000 Franken dotierten, wichtigsten Grasbahn-Pferderennen der Schweiz. Die beiden französischen Top-Jockeys Eddy Hardouin und Pierre-Charles Boudot waren ihr Geld wert, doch auch der aktuell stärkste in der Schweiz wohnhafte Jockey gab sein Bestes: Dennis Schiergen belegte mit Sweet Soul Music hinter dem Münchner Favoriten Wai Key Star den ehrenvollen vierten Platz. Das zweitwichtigste Rennen des Tages, das St. Leger, gewann nicht der Derby-Sieger Aquilino, sondern die Aussenseiterin Vernasca, die ebenfalls vom Franzosen Eddy Hardouin zum Sieg geritten wurde.  

 

Das Publikum tobte, viele hielten es auf der Tribüne nicht mehr sitzend aus, so spannend wie der Kampf um den prestigeträchtigen Sieg im 100’000-Franken-Rennen um den Grand Prix Land Rover – Jockey Club sich entwickelte. Je näher das Ziel kam, desto mehr spitzte sich das Ganze auf ein Duell zwischen einem Aussenseiter und einem Favoriten zu: Zwischen dem Titelverteidiger Malkoboy und dem aus Lamorlaye bei Paris angereiste Stellar Mass, zwei Galopper mit Erfolgen bis auf Champions League-Ebene des Rennsports (sogenannte Gruppe-Rennen). Und ein Zweikampf zwischen zwei französischen Spitzen-Jockeys, die sich bestens kennen. Im Sattel von Malkoboy agierte der 26-jährige Franzose Pierre-Charles Boudot, seines Zeichens zweifacher Champion Frankreichs. Und Stellar Mass hatte die Unterstützung von Eddy Hardouin, einem drei Jahre älteren Landsmann Boudots mit rund 550 Siegen. Sie alle legten ihre geballte Kraft und all ihr Können in die Waagschale, wobei am Ende nach 2475 Metern der vom Start weg führende 15:1-Aussenseiter Stellar Mass mit Eddy Hardouin den letztjährigen Sieger Malkoboy um eine Viertel-Länge (9 Hundertstelsekunden) distanzieren konnte.

 

Stellar Mass gehört erst seit wenigen Monaten der Innerschweizer Familie Steinmann, seine Rennen bestreitet der sechsjährige Hengst offiziell in den Rennfarben von Natalie Steinmann. Bis im April lief er in seiner alten Heimat Irland, wo er auch seinen grössten Erfolg eingaloppierte: Dritter war Stellar Mass vor drei Jahren im mit 1.5 Millionen Euro dotierten Irish Derby. Die letzten Leistungen waren weniger berauschend. Sowohl Ende Juli wie vor einem Monat war er in Deauville jeweils Letzter geworden. Gewonnen hatte er gar seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Heute nun passte alles zusammen. Die Gegner liessen ihn an der Spitze gewähren, Eddy Hardouin teilte ihm das Rennen perfekt ein und Stellar Mass spielte am Ende seine ganze Klasse aus, um den dreieinhalb Kilo mehr tragenden Widersacher in die Schranken zu weisen.

 


Trainerin Carina Fey betreut in Lamorlaye nördlich von Paris rund 30 Pferde, darunter auch einige von Schweizer Besitzern. Natalie Steinmann, die zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz ein Pferd in eigenen Rennfarben am Start hatte, konnte ihr Glück kaum fassen. «Carina hat Stellar Mass hervorragend vorbereitet und Eddy hat ihn perfekt geritten», analysierte sie und ihr Mann Marco ergänzte: «Wir waren uns vor dem Rennen bewusst, dass es nicht einfach werden würde. Vom ersten bis zum letzten Platz war alles möglich.» Umso schöner für die Familie aus dem luzernischen Altishofen, dass ihr Stellar Mass heute gross auftrumpfte.

 

Die 44. Austragung des Grand Prix Land Rover – Jockey Club hielt, was sich die Zuschauer versprochen hatten. Es war nichts weniger als das hochklassigste Feld seit das Rennen 1976 ins Leben gerufen wurde. Und traditionell werden die Namen des Siegers und seiner Entourage ganz oben auf der Tribüne auf einer goldenen Tafel verewigt. Dort steht bereits jener von Double First, dem Rekord-Sieger dieses Rennens – Marco Steinmann ist der Enkel des Besitzers von Double First. So schliesst sich ein Kreis.

 

Drama-Finale im letzten Zucht-Klassiker der Saison: Vernasca gewinnt als zweitgrösste Aussenseiterin vor dem turmhohen Favoriten 

Das zweitwichtigste Rennen des Tages war für dreijährige Vollblüter reserviert. Das St. Leger bildet traditionell den Schluss der klassischen Zuchtrennen, in welchem die Dreijährigen ihre Besten küren. Das ursprünglich auf der leider nicht mehr existierenden Rennbahn Luzern gelaufene Traditionsrennen mit 20'000 Franken Preisgeld aus der Schatulle des St. Leger Club of Lucerne wartete ebenfalls mit einer Top-Besetzung auf. Grosser Favorit war Aquilino, der seit seinem Derby-Sieg auf der Frauenfelder Allmend nicht mehr am Start gewesen war. Bei der Stutenderby-Siegerin High Hope stimmte die Form, doch befürchtete man in ihrem Lager, dass die Distanz von 3000 Metern für sie zu weit sei. Und am Ende schlug wie später im Grand Prix Land Rover Jockey Club die Stunde eines Aussenseiters, respektive einer Aussenseiterin. Auch hier hatte Jockey Eddy Hardouin alles richtig gemacht. Mit der von Claudia Erni für das Gestüt Söhrenhof trainierten Vernasca wartete lange mit dem Angriff, um in der Schlussphase überlegen an Aquilino vorbeizuziehen und mit mehr als 10 Längen Vorsprung zu gewinnen.

  

Noch zwei Doppel-Sieger, eine Dreifach-Siegerin sowie eine emotionale Verabschiedung

Im Rahmenprogramm gab es neben Eddy Hardouin noch zwei weitere Jockes, die zwei Siege feiern konnten. Cédric Harnois gewann sowohl mit der auch beim siebten Start in der Schweiz ungeschlagenen Valrose wie mit Sing My Song von der Spitze aus. Beide Pferde stehen bei Claudia Erni in Avenches, die somit zusammen mit Vernasca gleich drei Sieger gesattelt hatte – zudem im Hauptereignis den zweitplatzierten Malkoboy. Die beiden Hindernisrennen wurden eine Beute von Ondrej Velek, der zunächst im Jagdrennen Contre Tous zu Erfolg pilotierte und im Cross-Country mit Tiger de Baune gleich nachdoppelte.

 

Tränen flossen bei der Verabschiedung des Publikumslieblings Filou. Die Zuschauer bekamen die Gelegenheit sich vom 17-fachen Sieger zu verabschieden, der zum letzten Mal in Dielsdorf angetreten war, wo er sechs Mal hatte gewinnen können. Heute belegte der von Philipp Schärer für Ruedi und Maya Günthardt trainierte Neunjährige in seinem 50. Rennen den zweiten Platz. Möglich, dass Filou noch das eine oder andere Rennen bestreitet. Doch ganz sicher nicht mehr in Dielsdorf.

  

Positive Saisonbilanz nach einem gelungenen letzten Renntag

Mit dem heutigen Gala-Renntag mit einem Wettumsatz von guten 85'255 Franken endet die Saison im Zürcher Unterland. Der Rennverein Zürich darf mit dem Jahr 2019 sehr zufrieden sein. Reto Vanoli, OK-Präsident und Vorstandsmitglied des Rennvereins Zürich, zieht eine positive Bilanz: «An allen drei Renntage in diesem Jahr durften wir hochstehenden Sport erleben. Wir haben unsere Ziele mehrheitlich erreicht, was uns zuversichtlich stimmt. Und die vielen Rückmeldungen motivieren uns für die nächste Saison. Ohne unser hervorragend eingespieltes Team wäre es schlichtweg nicht möglich, so erfolgreiche Renntage zu organisieren.»

 

Auch Anton Kräuliger, der Präsident des Rennvereins Zürich, freut sich schon auf die Saison 2020: «Das ganze Team ist motiviert, über den Winter hart zu arbeiten, damit auch im nächsten Jahr mindestens drei tolle Renntage im Horse Park Zürich-Dielsdorf stattfinden können. Wir bemühen uns sicher noch einen vierten Renntag auf die Beine zu stellen.  An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Sponsoren und Partnern für ihr grossartiges Engagement. Wer die vielen Zuschauer gesehen und die Stimmung bei uns auf der Rennbahn erlebt hat, erkennt die Faszination und die Werbewirkung des Pferderennsports!»

 

 

Über den Rennverein Zürich

Der Rennverein Zürich bezweckt die Förderung des Pferdesportes insbesondere durch die Veranstaltung von Pferderennen. Er ist verantwortlich für die Organisation und Durchführung der Pferderennen Zürich – Dielsdorf. Zusammen mit der Horse Park Zürich – Dielsdorf AG betreibt und unterhält er das Pferdesportzentrum. Weitere Informationen unter: www.pferderennen-zuerich.ch

 

Wir bedanken uns bei unseren Partnern und Sponsoren

 

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