Stallportrait Claudia Schorno

Claudia Schorno, welche am Renntag durch ihre schön präsentierten Pferde (auffallend häufig Schimmel) zu erkennen ist, prägt als Besitzertrainerin vor allem den Hindernissport. So hat sie das Besitzerchampionat der Hindernispferde 2019 das dritte Mal in Folge gewonnen. Nicht selten ist sie in der ADEC Trophy der Besitzer, wo Flach und Hindernissiege zusammengezählt werden an zweiter Stelle, hinter dem Rennvereins Präsidenten Anton Kräuliger, anzutreffen. Als Besitzertrainerin ist Claudia Schorno auch im Klassement der Hindernistrainer immer auf den vorderen Plätzen klassiert.

 

Name Trainer: Claudia Schorno

 

Homepage: keine

 

Anzahl Pferde: 5


Anzahl Mitarbeiter:
Den Stall mache ich grösstenteils immer selbst. Beim Reiten und Trainieren werde ich von meinem Partner Franck Cousin (ehemaliger Jockey) unterstützt. Cheryl Schoch gehört zu meinem Team seit 2 Jahren. Sie reitet täglich neben ihrer Arbeit bei mir im Training. Zum Springen der Pferde darf ich gerne auf die Unterstützung von meinen Trainerkollegen zählen (Andreas Schärer und Pepi Stadelmann) die mir ihre Hindernisjockeys netterweise zur Verfügung stellen.

 

Wie sind Sie zum Rennsport gekommen, wie hat alles angefangen?
Ich bin in Aarau aufgewachsen, als Kind schon geritten und habe im Schachen die Rennen geschaut. Dann habe ich mir zusammen mit einer Kollegin den „Armbinden rausgeben Job“ auf der Rennbahn ergattert. So waren wir voller Stolz an den Renntagen aktiv mit dabei.

 

Die ersten Rennpferde ritt ich bei Yvonne Studer in Schöftland. Mit 16 wechselte ich ins Trainingszentrum von Dielsdorf zum bekannten Trainer Kurt Schafflützel. Dort habe die Amateur Lizenz gemacht und die Rennreiterlaufbahn mit einem Sieg begonnen…danach ging es aber nur noch bergab mit meiner Karriere (lacht). Wobei es als Amateurin ohne eigene Pferde damals nicht einfach war.

 

Franck arbeitete zu der Zeit bei Miro Weiss in Urdorf, hat dort eine Stute mit guter Abstammung entdeckt und meinte, die wäre was zum selbst Trainieren. So hatte ich mit „Sigareta“ mein erstes eigenes Pferd als Trainerin.

 

Was war Ihr Berufswunsch als Kind?
Schauspielerin, (lacht) bis ich beim Theater spielen gemerkt habe, dass ich überhaupt nicht gerne vor Leute hinstehe, somit war der Traum geplatzt...


Das schönste Erlebnis, der schönste Sieg?
Jeder Sieg ist schön, vor allem, weil ich viele Pferde habe, die in Frankreich keine grossen Leistungen mehr gezeigt haben oder etwas abgelöscht waren. Klar haben alle der Pferde, welche ich kaufe, Potential. Viele von ihnen liefen aber nur auf grossen Pariser Rennbahnen, hatten dort harte Rennen und grosse Konkurrenz. Dann kommen sie zu mir als kleine Besitzertrainerin in die Schweiz, werden „gehätschelt“ und gewinnen wieder.

 

Wie beispielsweise die klasse Stute „Gold Street“. Natürlich können diese Pferde alle galoppieren, sie wollten aber einfach nicht mehr. In der Schweiz sind sie einfacher einzusetzen, haben leichtere Rennen, bekommen wieder Spass an der Sache und können sich so langsam nach oben arbeiten.

 

Einer der schönsten Siege war der letzte Sieg von „Blingless“ in Avenches zum Saisonabschluss. „Blingless“ ist schon 11 Jahre alt, und bereits 6 Jahre bei mir. Er war sehr schwierig im Training und am Renntag und brachte mich anfangs ein paarmal nahe ans Aufgeben. Auch hatte er immer wieder gesundheitliche Rückschläge, weshalb dieser Sieg emotional einer der schönsten war.

 

Weshalb lohnt es sich für diesen Beruf jeden Tag so früh aufzustehen?
Ja das frage ich mich manchmal auch..und je älter man wird desto schwieriger wird es. Aber die Liebe zu den Pferden bleibt, das Gefühl, wenn man zum Stall kommt, von allen erwartet wird und erwartungsvoll angeschaut wird. Ich gehe immer gerne in den Stall, die Pferde erkennen mich sofort und geben mir sehr viel zurück. Der Stall und die Stallarbeit, das Leben mit den Pferden und die Beziehung zu ihnen ist mir eigentlich wichtiger als die Rennen.

 

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag, Ablauf im Stall aus?
Um 6 bin ich im Stall, mache die Boxen, die Pferde gehen an die Maschine. Von Montag bis Freitag reite ich am Morgen ein Lot mit, danach gehe ich ins Büro und Franck und Cheryl reiten die restlichen Pferde. Nach der Arbeit gehe ich wieder in den Stall, mache den Abendstall, die Pferde kommen alle nochmals raus, gehen auf die Paddocks, Weide, Führmaschine etc. Um 8, halb 9 bin ich dann zu Hause.

 

Ich arbeite zu 100 % als Personalfachfrau in Watt bei Regensdorf, durch meine langjährige Anstellung kann ich mir die Arbeitszeiten relativ selbständig einteilen. Ausserdem profitiere ich von einem optimalen Arbeitsweg, der der Stall in der Mitte des Weges zwischen Wohn- und Arbeitsort liegt.
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Gibt es Pferde, die besonders in Erinnerung bleiben? 
„Sigareta“ als mein erstes Pferd, welche mir auch die ersten Siege über Hindernisse und auf der Flachbahn geschenkt hat und meistens platziert nach Hause kam. Sie ist jetzt bereits 20 Jahre alt.

 

Eigentlich jedes Pferd (lacht), Blingless, Syndromos, Kilary, Gaelic Space, …

 

Oder „Bantu King“ beispielsweise. Der war eigentlich als Reitpferd für 2‘500 Euro ausgeschrieben, weil er in den Rennen keine Leistung zeigte. Ich habe ihn nur gekauft, weil er so schön war. (Ein Schimmel natürlich) Und schlussendlich haben wir es von der anfänglichen Handicap Marke 54 bis zu 72 heraufgeschafft.


Wo sind Sie ausserhalb der Pferderennbahnen noch anzutreffen?
Ferien mache ich nicht gross, das geht auch gar nicht mit den Pferden und ich vermisse es auch nicht. Am Wochenende bin ich neben dem Stall gerne zu Hause und geniesse mein Haus, weil ich ja während der Woche nicht viel Zeit dazu habe. Ausserdem habe ich ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter und gehe sie gerne in Aarau besuchen.


Was wünschen Sie sich für Ihre persönliche Zukunft und für die des Pferderennsportes?
Weiterhin gute Gesundheit und dass ich mein Leben, so wie ich es momentan führe noch ein paar Jahre beibehalten kann. Und dass der Rennsport sowie der Hindernissport in der Schweiz ebenfalls noch lange erhalten bleiben.

 

Claudia Schorno

Claudia Schorno erhält als Besitzertrainerin auch bei der Siegerehrung die doppelte Anzahl Ehrenpreise

 

Claudia Schorno

Vor ihrer Büroarbeit reitet Claudia Schorno meistens ein Lot mit,...

 

Franck Cousin

..danach reiten Franck Cousin und Cheryl Schoch die restlichen Pferde

 

Gold Street

Die Klasse Stute Gold Street bei der Siegerehrung mit Jockey Franck Cousin, Jockey Clément Lheureux und Cheryl Schoch

 

Gold Street

So sah der Einlauf von Gold Street 2018 von der Dielsdorfer Tribüne aus aus. Auch letztes Jahr holte sie auf der Flachbahn und über Hürden 4 Siege und 3 Platzierungen bei 9 Starts

 

cheryl schoch

Cheryl Schoch in den weiss roten Farben von Claudia Schorno beim Rennen für Junge Reiter mit Koskoroba

 

B'GOod

B'Good, ein weiterer schöner und schneller Schimmel aus dem Stall Schorno zeigte den Kurs im Jagdrennen Next Generation in Dielsdorf und beendete es auf dem Ehrenplatz

 

Blingless

Der klasse Steepler Blingless, ein ganz besonderes Pferd, welches bereits 6 Jahre bei Claudia Schorno im training ist, hier in Begleitung der Zunftreiter nach seinem Sieg im GP der Stadt Zürich 2018. Bereits ein Jahr zuvor holte er sich diesen prestigeträchtigen Sieg. Auch 2019 beendete er die Saison mit einem Sieg im Jagdrennen mit Avenches und dies mit 11 Jahren.