Die bewegte Geschichte des Rennvereins Zürich (RVZ) beginnt am 24. Mai 1872 im «Zunfthaus zur Saffran». Alteingesessene Bürger gründen ihn zur «Pflege der Reitkunst und Förderung des Interessen für Pferde und der Leistung durch Unterstützung zweckdienlicher Bestrebungen». Im Vordergrund dieser «Bestrebungen» – und daran hat sich bis heute nichts geändert – steht die Durchführung von Pferderennen und damit die Erhaltung der edlen Vollblüter. Innert weniger Monaten zählt der Verein 200 Mitglieder; heute sind es rund 500 Einzelmitglieder, Familienmitglieder und Firmenmitglieder.
Am 28. September 1872 führt der Verein auf dem Exerzierplatz Allmend Wollishofen erstmals in der deutschen Schweiz offizielle Pferderennen durch. «Eine neue Art ernsthaften Vergnügens», kommentiert damals die NZZ. Zur Austragung gelangen sieben Prüfungen: Ein Trabfahren, ein Trabreiten, ein Herrenreiten, zwei Jockeyrennen und ein Offiziersreiten. Heute werden an einem Zürcher Renntag sieben bis zehn Rennen gelaufen – meist Galopprennen. Sie zählen zu den hochklassigsten und bestdotierten Prüfungen in der Schweiz.
Auf dem Exerzierplatz der Allmend Wollishofen muss die für jeden Renntag benötigte Infrastruktur immer wieder aufs Neue temporär auf- und abgebaut werden. Deshalb wird nach einem idealen Platz für eine permanente Rennbahn gesucht. Diese Suche freilich dauert fast 100 Jahre. Erst als Ruedi Villiger 1964 das Vereinszepter übernimmt, greift er 1967 die Idee von zwei Unterländer RVZ-Mitgliedern auf und beginnt die Zürcher Rennbahn in Dielsdorf zu planen. 1968 verpachtet die aufstrebende Gemeinde für 99 Jahre dem RVZ 250'000 Quadratmeter Land im Baurecht. Zwei Jahre später bewilligen die RVZ-Mitglieder ein 3-Millionen-Projekt. Nach einer Planungs- und Bauphase von nur fünf Jahren mit über 20 Finanzierungsaktionen wird am 20. Mai 1973 das Pferdesportzentrum Zürich-Dielsdorf festlich eingeweiht. Zehn Jahre später wird auf der Parkrennbahn die Flachpiste verbreitert und von 1140 Metern auf 1476 Meter verlängert. Damit sind auch die Voraussetzungen für grosse internationale Prüfungen wie der Range Rover – Grand Prix Jockey Club gegeben.
Ein willkommenes Facelifting erhält die Bahn im Frühjahr 2013, nachdem der RVZ das Baurecht exklusiv an die von Anton Kräuliger, nachmaliger RVZ-Präsident und Ehrenpräsident, gegründete Horse Park Zürich-Dielsdorf AG abgetreten hat. Es werden vorerst bestehende Stallungen erneuert und neue Stallungen mit Allwetterpaddocks gebaut. Hinzu kommt ein 5000 m2 grosser Sandplatz und eine Bewässerungsanlage für die Rennbahn sowie eine 63 x 30 m grosse Reithalle mit Tribüne und Restaurant. In einem zweiten Ausbauschritt werden 2018 eine zusätzliche Reithalle sowie neue Gastboxenstallungen erstellt. Und letztlich kommt auch ein moderner Pavillon hinzu, in dem VIP-Gäste an den Renntagen verwöhnt werden. Damit ist das einstige Pferdesportzentrum als Horse Park Zürich-Dielsdorf jetzt eine einzigartige Anlage für interdisziplinären Pferdesport, die in Bezug auf Training, Wettkampf und Tierwohl höchste Ansprüche erfüllt.
Am 11. April 2024 wird das erste CO-Präsidium in der Geschichte des Rennverein Zürichs gewählt; Reto Vanoli und Ariel Sergio Davidoff übernehmen das Amt von Anton Kräuliger, der zum Ehrenpräsident gewählt wird.
| 1872 - 1874 | Arnold Vögeli-Bodmer |
| 1875 - 1900 | Konrad Emil Pestalozzi |
| 1900 - 1911 | Walter Baumann |
| 1912 - 1935 | Edwin Schwarzenbach |
| 1936 - 1947 | Walo Gerber |
| 1948 - 1956 | Ueli Prager |
| 1957 - 1964 | Oskar Bürchler |
| 1965 - 1994 | Rudolf Villiger |
| 1994 - 2002 | Fritz von Ballmoos |
| 2003 - 2011 | Dieter Syz |
| 2011 - 2012 | Martin Gloor |
| 2012 - 2015 | Hans-Peter Ess |
| 2015 - 2024 | Anton Kräuliger |
| 2024 - bis heute | Reto Vanoli Dr. Ariel Sergio Davidoff |
