Seit 1883 wird der Grosse Preis der Stadt Zürich gelaufen, länger als jedes andere heute noch stattfindende Pferderennen in der Schweiz. Gestern konnten sich ein neuer Jockey in die lange Siegerliste einschreiben - Dylan Ubeda, ein 28-jähriger Franzose, der im letzten Herbst in der Schweiz fünf Rennen gewann. Gestern trat er mit dem Vorjahressieger FALKO DES FLOS als klarer Favorit an und die beiden spielten diese Rolle perfekt. Der von Julien Lemée in Dielsdorf für den Stall Schachen trainierte Schimmel mag es, seine Gegner von der Spitze aus gewissermassen zu zermürben. Gestern dominierte er wiederum von A bis Z und triumphierte beim 14. Start in der Schweiz zum achten Mal - die letzten vier Rennen hat der siebenjährige Wallach allesamt gewonnen.
Fünf Längen hinter dem unantastbaren Sieger belegte der tschechische Gast MOLLY POWER, der dieses Rennen vor drei Jahren gewonnen hatte, wie im 2025 den Ehrenplatz. Rang drei ging an den ebenfalls aus Tschechien rund 1500 Kilometer angereiste ISYNDUR. Die beiden Pferde des Pro Hindernis Racing Clubs, STELLOMAKER und LIEUTENANT PLAYER, verdienten mit den Rängen vier und fünf ebenfalls noch etwas Hafergeld.
Für FALKO DES FLOS geht es in drei Wochen in Aarau weiter, wo am kommenden Sonntag bereits der erste Renntag der Saison stattfinden wird.



Der Trainer von FALKO DES FLOS steigerte sich im Laufe des Renntags in einen veritablen Siegesrausch. Zwei Rennen vor dem Hauptereignis begann der Reigen für den im Zürcher Unterland heimisch gewordenen Franzosen. Nach packendem Endkampf mit LA ROSA feierte der erstmals unter der Regie von Lemée angetretene Dreijährige im Besitz des Scala Racing Club den ersten Sieg seiner Karriere. Tim Bürgin, einer der erfolgreichsten Schweizer Jockeys, hatte das bessere Ende für sich - wie auch eine halbe Stunde später mit CATCHING FIRE, der zum zweiten Mal von Julien Lemée an den Start gebracht worden war. Der Vertreter der Belmond Racing Stables erkämpfte sich gegen FLASHY ARROW beim 29. Karriere-Start den 5. Sieg.
Zwei der drei Flach-Grand-Prix gewannen Schützlinge von Claudia Erni. Die Avencher Trainerin trumpfte bereits im ersten Rennen gross auf, indem sie mit CHAMARANDE und WIN WIN gleich die ersten beiden Pferde stellte. Der Sieg von CHAMARANDE mit Enzo Corallo für den Stall Black Point war nach einer kleinen Durststrecke eine Überraschung, so dass die Wetter auf Sieg den 14-fachen Einsatz ausbezahlt bekamen.
Der Grossen Preis der Alurex Soleda AG, die erste wichtige Meilen-Prüfung der Saison, entwickelte sich zu einem Verfolgungsrennen. MUHALIF hatte sein Heil in der Flucht versucht und kam mit grossem Vorsprung in die Zielgerade, der allerdings mit jedem Galoppsprung schmolz, als der Favorit DRESSMAN zum Endspurt ansetzte. Meter um Meter machte der Schimmel auf den grossen Aussenseiter gut - schliesslich musste das Zielfoto entscheiden. Um einen kurzen Kopf hatte DRESSMAN mit Luka Rousseau für Besitzerin Laetitia Domenig den Sieg nach Hause gebracht.
Gleich im nächsten Rennen, dem Grossen Preis der Armin Hunziker AG und Gönner - Frühjahrspreis der 3-Jährigen, folgte die Krönung des Tages für Claudia Erni. Drei Pferde schickte sie ins erste Gipfeltreffen der Dreijährigen, das Trio belegte die ersten drei Plätze! Der frisch aus Frankreich importierte NORTHERN TERRITORY liess im Endkampf mit Enzo Corallo nichts anbrennen und gewann für Peter und Rita Hartmann in gutem Stil. Rang zwei erkämpfte sich mit starkem Schlussspurt die Klassestute MISS TALVARD, die ganz am Schluss ihren Trainingsgefährten ZARKO auf Rang drei verwies. Alle drei sind Kandidaten für das mit Spannung erwartete Swiss Derby, das am 14. Juni in Dielsdorf gelaufen wird.


Vor dem Rennen der Steher-Elite galten drei weitere Pferde von Claudia Erni als Favoriten. Doch es kam anders. Der vor Ort von Andreas Schärer für Anton und Verena Kräuliger trainierte QUEROYAL und Clément Lheureux verhinderten den vierten Erni-Tagessieg. In einem hin und her wogenden Kampf gegen SPINELLO und SINGLEDON hatte der Siebenjährige im Ziel einen "kurzen Kopf" Vorsprung. Der als grösster Aussenseiter ins Rennen gegangene Wallach erzielte den 2. Sieg beim 17. Einsatz auf Schweizer Bahnen.
OK-Präsident und Co-RVZ-Präsident Reto Vanoli zeigte sich sehr zufrieden: «Wir hatten einen überaus erfreulichen Renntag mit sehr vielen Zuschauern. Organisatorisch waren wir in mehreren Bereichen gefordert, so beim Wetten und beim Catering. Die Stimmung war sehr gut, die Tribüne bebte bei den spannenden Endkämpfen und die Begeisterung der Zuschauer war auf der gesamten Anlage zu spüren. Die Bahn war in hervorragendem Zustand, was bei der herrschenden Trockenheit in diesem Frühling eine grosse Herausforderung war, die vom Team grossartig gemeistert wurde.»
Herzlichen Dank unseren engagierten Fotografen. Nachfolgend finden Sie in unserer Galerie einige Impressionen vom Renntag - eingefangen von: Christian Mettler und Michele Forster.
Am 14. Juni 2026 geht es im Horse Park weiter mit dem Kids' Day & Swiss Derby Renntag – mit dem Swiss Derby als grossen sportlichen Höhepunkt, in welchem viele Protagonisten des Frühlingsrenntages wieder eine Hauptrolle spielen sollen.