Stallportrait Seeholzer - Stadelmann

Rita Seeholzer und Pepi Stadelmann sind die Dienstältesten Trainer auf der Trainingsanlage der Pferderennbahn Zürich-Dielsdorf. 1993 gründeten die Lebenspartner den gleichnamigen Rennstall Seeholzer – Stadelmann und führen ihn seit daher erfolgreich. Dieses Jahr schlossen sie das Trainerchampionat auf dem dritten Platz ab. Von Rita Seeholzer erfahren wir spannendes aus der Rennsport Geschichte und Gegenwart.

 

Name Trainingsquartier: Rennstall Seeholzer - Stadelmann

 

Homepage: keine

 

Anzahl Pferde: 15 - 22

 

Anzahl Mitarbeiter:

Momentan 2, der Hindernisjockey Ondrej Velek und dessen Frau Lucie Velkova. Im März 2020 wird noch der Nachwuchs Rennreiter Jan Mbaye hinzukommen. Zudem reiten im Training noch die Rennsportfotografin Michèle Forster sowie Sanda Meier und die beiden Amateurrennreiterinnen Naomi Heller und Rahel Maag.

 

Wie sind Sie zum Rennsport gekommen, wie hat alles angefangen?

Angefangen habe ich mit Ponyrennen und dann ritten wir beide im Training bei Hans Woop. Hans Woop war damals in unserer Region mit bis zu 50 Rennpferden im Training der grösste Trainer. Er hatte zudem eine charismatische Persönlichkeit und hat vielen von uns zum Einstieg in den Pferderennsport verholfen. Pepi machte die Amateur Rennreiter Lizenz 1972, ich 1978. 1993 machten wir die Trainerprüfung und gründeten unseren Rennstall.

 

Was hat sich verändert von früher zu heute?
Auf der Trainingsanlage klar die tollen Sandpadocks, sowie die Führanlage. Damit können wir den Pferden mehr bieten. Ebenso hat sich die Infrastruktur fürs Training verbessert. Vor allem bei sehr viel Regen oder kalten Temperaturen profitieren wir von dem wetterfesten Holzschnitzelbelag im Couloir und natürlich auch von den beiden Reithallen, die wir ebenfalls nutzen dürfen. Dafür ist der Rennsport kleiner geworden. Früher ging die Saison von März bis Mitte November, jedes Wochenende, abgesehen von einer allfälligen kleinen Sommerpause, hat es Renntage gegeben. Wir hatten mal 42 Pferde im Stall und 7 Angestellte. Davon meist 3 Lehrlinge, also einen pro Jahrgang, welche die Rennreiterlehre absolvierten.  So einen grossen Betrieb möchte ich für heute aber auch nicht mehr unbedingt.

 

Was war Ihr Berufswunsch als Kind?

Wir wollten beide schon immer mit Rennpferden arbeiten.

 

Weshalb lohnt es sich für diesen Beruf jeden Tag aufzustehen?

Das ist wie ein Virus, von dem man befallen ist. Das Trainieren, das Vorbereiten der Pferde auf die Rennen, der Renntag selber mit dem Adrenalin, die Ausbildung der Jungen Pferde und miterleben zu dürfen, was aus ihnen wird…das ist die Motivation für die Arbeit…oder eben der Virus (lacht)

 

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag, Ablauf im Stall aus?

Am Morgen sind wir von halb 6 bis 12 oder halb 1 im Stall, machen die Boxen, trainieren und betreuen die Pferde. Nach dem Mittag haben wir Pause oder Zeit für die Büroarbeit. Von halb 5 bis halb 7 sind wir wieder im Abendstall, betreuen die Pferde und machen die Boxen.

 

Und hattet ihr nie genug vom Trainerleben und der anstrengenden Arbeit?

Nein. Also natürlich gibt es mal negative Momente, aber die sind wirklich immer nur kurz und schnell wieder vergessen. Ich reite auch immer noch sehr gerne.

 

Gibt es Pferde oder Siege, die besonders in Erinnerung bleiben?

Da gibt es etliche! Mit Feliciano und Coro durften wir viele grosse Rennen gewinnen. Aber auch aktuell haben wir viele tolle Pferde im Stall wie Prado, Rio Chicco, Pablo die alle auch schon länger dabei sind und Saison für Saison für Ihre Besitzer wie auch für uns als Trainer gute Resultate heimbringen. Wir sind schon zu lange dabei, um den Sport nur an den Siegen zu messen. Für uns, wie auch für die Besitzer ist es ebenso schön auf Pferde zählen zu dürfen, die über längere Zeit immer gute Resultate erzielen.

 

Wo sind Sie ausserhalb der Pferderennbahnen noch anzutreffen?

Da gibt es nicht viel nebenbei, unsere Arbeit ist ja sehr Zeitintensiv, daher eigentlich Beruf und Hobby in einem. Und sonst geniessen wir es auch einfach mal nichts zu tun, Zeit haben um zu Relaxen oder ein Buch zu lesen oder den Hund haben wir natürlich auch noch, aber der ist ja bei der Arbeit auch dabei (lacht). Ich mache mal einen Wellness Tag mit meinen Schwestern und Pepi geht nach Mallorca. Momentan vermissen wir das Ferienmachen auch nicht. Wir waren früher viel auf Reisen und im Ausland und haben daher auch schon einiges gesehen.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Pferderennsportes?

Das der Rennsport trotz den momentan nicht so einfachen Zeiten noch lange erhalten bleibt.

 

Dann dürfen wir auch damit rechnen, dass es den Rennstall Seeholzer – Stadelmann noch einige Jahre geben wird?

Ja. Wir sind natürlich beide nicht mehr die Jüngsten und haben zum Teil auch eine ältere Besitzerstruktur, da kommt es auch immer etwas auf die Gesundheit an. Aber wir rechnen schon damit, dass wir noch ein paar Jahre dabei sein werden.

 

Das hoffen wir natürlich auch! Vielen Dank für das Interview und den Einblick in ein Stück Rennsport Geschichte und Gegenwart.

Illustriert mit Bildern von Michèle Forster: www.micheleforsterphotography.com

 

 

Seeholzer Stadelmann

Das Lot vom Rennstall Seeholzer-Stadelmann mit Rita Seeholzer, den beiden Amateurrennreiterinnen Naomi Heller, Rahel Maag und Hindernisjockey Ondrej Velek 

 

Rita Seeholzer

Rita Seeholzer bei der Morgenarbeit

 

Ondrej Velek

Ondrej Velek gehört zusammen mit seiner Frau Lucie Velkova zum festen Team des Rennstalles Seeholzer-Stadelmann

 

Sandpadocks

Die Pferde geniessen die Sandpadocks und den Austausch mit den Pferden der benachbarten Rennställe                  Foto: Michèle Forster Photography

 

Pablo Prado

Doppelsieg in Aarau mit Ganador in grün rot mit Clément Lheureux und dem treuen Prado mit Nicolas Guilbert

 

Naomi Heller

Funky Footsteps gewinnt mit der Amateurrennreiterin und Schweizer Fegentri-Vertreterin Noemi Heller

 

Rio Chico

Der klasse Inländer Rio Chico im grün roten Dress des Stalles Husmatt beendet die Saison 2019 mit dem dritten Saisonsieg.

 

Contre Tous

Der Halbblüter Contre Tous im weiss-braun-gepunkteten Dress des Stalles Rossriet gewinnt das Jagdrennen vom Land Rover - Jockey Club Renntag 2019 in Dielsdorf

 

Ondrej Velek

Ondrej Velek beim Siegreichen Einlauf mit Contre Tous