Wai Key Star dominiert im 104. Grossen Preis der Stadt Zürich mit Star-Jockey Cristian Demuro

07.05.2019 14:11:19

Dielsdorf, 5. Mai 2019 – Trotz kalten Temperaturen wollten heute Sonntag, 5. Mai 2019, rund 4800 Zuschauer bei der Saisoneröffung auf der Pferderennbahn Zürich-Dielsdorf mit dabei sein. Sie sahen ebenso spannenden wie hochstehenden Sport und im Hauptereignis den Sieg des Deutschen «Champions-League-Galoppers» Wai Key Star, der mit Cristian Demuro seine Gegner vom letzten Platz kommend innerhalb weniger Galoppsprünge überholt und bezwungen hatte. Auch die Swiss 2000 Guineas, das zweitwichtigste Rennen des Tages ging an das Team rund um die Münchner Trainerin Sarah Steinberg, den Stall Salzburg und Jockey Cristian Demuro: Runnymede gewann ähnlich überlegen wie sein Trainingsgefährte zuvor. Im Matchrace kam der Traber Bombastic du Merle nach einem Blitzstart von Ex-Radprofi Franco Marvulli gar nie in Reichweite seines Gegners.

 

Hier geht's zum Fotorückblick mit Bildern von Michèle Forster Photography


Es war alles angerichtet für einen Bilderbuchrenntag mit hochstehenden Rennen und einem Programm, das keine Wünsche offen liess. Der Kälteeinbruch machte den Organisatoren des Rennvereins Zürich allerdings einen Strich durch die Rechnung. Zwar blieb es im Zürcher Unterland anders als in manchen Schweizer Regionen weiss, doch es war zweitweise bitterkalt auf der Parkrennbahn. Rund 4800 Zuschauer darf unter diesen Umständen als ein Erfolg gewertet werden – doch bei schönem Frühlingswetter wären wohl 8000 oder mehr gekommen.

 

Klasse-Auftritt von Wai Key Star begeistert


Seit 1872 wird der Grosse Preis der Stadt Zürich bereits ausgetragen. Heute Sonntag fand das älteste heute noch stattfindende Pferderennens der Schweiz zum 104. Mal statt. Ausnahmsweise wurde das Traditionsrennen nicht als Jagdrennen sondern als Flachrennen über 2300 Meter durchgeführt. 30'000 Franken Dotation hatte auch zwei Gäste angelockte: Wai Key Star aus München und Gugus des Brières aus Wien. Während Letzterer am Ende Rang sieben belegte, wusste der Münchner Gast voll zu überzeugen. Von seinem italienischen Jockey Cristian Demuro unterwegs an letzter Stelle geritten, beschleunigte der sechsjährige Hengst aus dem letzten Bogen heraus derart rasant, dass seine Gegner im Handumdrehen geschlagen waren. Eine in Dielsdorf selten gesehene Klasseleistung, die Wai Key Star den bereits 6. Sieg im 17. Rennen bescherte. Wai Key Star war mit seinen in Deutschland und Italien gezeigten Leistungen bis auf Gruppe-Ebene (der «Champions League» der Pferderennen) der klare Favorit gewesen. Die Art und Weise, wie er die Aufgabe nun löste, war schon sehr beeindruckend. Sweet Soul Music, die beste Stute aus Schweizer Quartieren, lief als Zweite ebenfalls hervorragend. Sie verwies Zambeso auf Rang drei.

 


Runnymede doppelt für das Trio Demuro/Steinberg/Stall Salzburg in den 2000 Guineas nach – Auenperle zeigt auf der Meile ihre Klasse


Nur eine halbe Stunde nach dem Sieg mit Wai Key Star entführten Jockey Cristian Demuro, Trainerin Sarah Steinberg und der Stall Salzburg auch das zweithöchste Sieggeld nach München. Der dreijährige Hengst Runnymede gewann die Swiss 2000 Guineas über 1600 Meter ebenso locker, mit den in der Schweiz trainierten Zandvoort und Muddy Waters auf den Plätzen zwei und drei. Somit ging das zweite Klassische Dreijährigen-Rennen der Saison 2019 ins Ausland. Der Stall Salzburg gewann mit den beiden Siegen (brutto) 24'000 Franken. Für die Wetter, die an die beiden Gäste aus Deutschland geglaubt hatten, gab es keine hohen Quoten: Während Wai Key Star 1.80:1 bezahlte (es gab also immerhin fast den doppelten Einsatz zurück) wurde Runnymede mit einer Siegquote von 1.10:1 ins Rennen geschickt. Wer 10 Franken auf ihn gewettet hatte, bekam deren 11 zurück.


Die besten Schweizer Meiler trafen ohne Gästebeteiligung aufeinander. Dabei gewann die junge Schweizer Rennreiterin Morgane Bürgin dank eines fantastischen Endspurts mit der in Avenches von Christina Bucher für Rudolf Remund trainierten Klasse-Stute Auenperle, die im letzten Herbst noch in Paris ein Gruppe-Rennen gewonnen hatte.

 

 

Franco Marvulli lässt den Traber Bombastic du Merle mit einem Blitzstart hinter sich


Das sogenannte «Match Race» mit dem Kampf zwischen dem ehemaligen Bahnradprofi Franco Marvulli und dem Trabrennpferd Bombastic du Merle war früh entschieden. Marvulli startete wie die Feuerwehr, während Bomastic du Merle und sein Fahrer Heiner Bracher sich mehr Zeit liessen als beim einzigen gemeinsamen Training. Während es damals so aussah, als hätte Franco Marvulli auf der für ihn schwierigen Unterlage einen schweren Stand, bewies der ehemalige OlympiaSilbermedaillen-Gewinner heute das Gegenteil. Der Traber kam gar nie in Reichweite des Radfahrers, der weit vor dem Ziel als Sieger feststand. Klar, dass Heiner Bracher und Bombastic du Merle dies nicht auf sich sitzen lassen. Eine Revanche ist bereits beschlossene Sache.

 


Ansprechender Wettumsatz trotz kleineren Feldern


An den Wettkassen wurden insgesamt 64'996 Franken eingesetzt und somit deutlich mehr als für einem Jahr (rund 50'000 Franken). Ein wichtiger Indikator für die Veranstalter von Pferderennen. Und wie eingangs erwähnt, bei schönerem Frühlingswetter wären bestimmt mehr Zuschauer vor Ort.


„Die Stimmung beim Publikum war hervorragend und wir sahen grossartigen Sport mit würdigen Siegern“, freute sich OK-Präsident und RVZ-Vorstandsmitglied Reto Vanoli, „vor allem kam das neue Eintrittskonzept mit dem Tribünenzugang für alle sehr gut an, wie auch der neue Caterer Compass Catering. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächsten Renntage.


Weitere Höhepunkte auf der Parkrennbahn Zürich-Dielsdorf folgen im August und im September. Am Samstag, 17. August 2019, findet zum 11. Mal der Kids’ Day statt und am Sonntag, 22. September 2019, steht mit dem Jockey Club-Renntag der Höhepunkt sowie Abschluss des Jahres auf dem Programm.

 

Hier geht's zum Fotorückblick mit Bildern von Michèle Forster Photography